Die INSM hat das eine oder andere Problem

06.04.2007

Aber nicht wegen mir, so realistisch bin ich ja doch, dass ich erkenne, dass ein vergleichweise kleines Blog wie Perspektive2010 einer millionenschweren Propaganda-Agentur wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) , die von den Metall-Arbeitgebern mit Kapital versorgt wird und viele weitere finanziell potente oder politisch einflußreiche Unterstützer und Botschafter haben dürfte, nicht an den Karren fahren kann. Aber dann gibt es da noch so etwas, das nennt sich Zufall. Aber auch dieser Zufall ist nicht weiter kritisch, er offenbart aber die Arbeitsweise der INSM und vergleichbarer Propaganda-Agenturen, die sich die arbeitgeber- und kapitalistenfreundliche Umerziehung des deutschen Volkes auf die Fahnen geschrieben haben.

Wie die meisten anderen Blogger auch, analysiere ich regelmäßig meine Statistiken, sowohl via Blogcounter als auch die Statistiken des Hosting Providers. Dabei stieß ich heute auf einen Referrer, den ich vorher noch nicht in den Statistiken hatte: www.positionen1.avaris-webdesign.de. Ich verfolgte also den Link und stieß dabei auf interessante Informationen. Hinter Der Firma Avaris Webdesign steht offenbar Klaus Blömeke aus Bonn, der unter anderem auch Suchmaschinenoptimierung anbietet. Dies passt genau zu den Informationen, die ich hinter dem Referrer auf mein Blog gefunden habe. Ich will meine Leser aber nicht weiter auf die Folter spannen, sondern gleich folgenden Screenshot zeigen und erklären:

INSM, Avaris Webdesign, Ranking

Zur Erklärung: In der linken Spalte sind wohl Positionen zum Suchbegriff INSM angegeben, rechts daneben ein Punktwert. In der obersten Zeile werden offenbar die Stichtage des Rankings angezeigt. Die verschiedenen Farbpunkte haben nun offenbar folgende Bedeutung: Die grünen Punkte mit Ausrufezeichen kennzeichnen Web-Adressen der INSM, z.B.

  • www.insm.de
  • www.insm-tagebuch.de
  • www.wirtschaftundschule.de
  • www.wassollwerden.de
  • www.insm-regionalranking.de
  • www.insm-merkelmeter.de
  • www.insm-gesundheit.de
  • www.foerderverein-insm.de
  • www.insm-merkelmeter.de
  • www.merkelmeter.de/merkelmeter
  • www.vision-d.de (Kooperation von INSM und IW Köln)

Am Ende der Seite ist ein Punktwert zu finden. Dieser Punktwert gibt wohl an, wie das Ranking der INSM-Websites zu den jeweiligen Stichtagen der Auswertung war. Der älteste Wert ist vom 7. Dezember 2006, der aktuelleste von heute, dem 05. März 2007, und zeigt einen Punktwert von 277. Der älteste Eintrag im Überblick 1 geht zurück bis auf den 7. September 2006.

Was bedeuten aber die anderen bunten Punkte? Nun, darüber kann ich nur anhand der hinterlegten Web-Adressen spekulieren. Die grünen Punkte ohne Ausrufezeichen führen jedenfalls zu offiziellen Medien wie der ZEIT oder dem Tagesspiegel. Generell sind dort positive und neutrale Meldungen zur INSM zu finden, teils auch Websites von einzelnen Botschaftern der INSM und Suchen bei Yahoo Finance und Mister Wong zum Begriff INSM. Je dunkler der Grünwert, desto weniger sind die Beiträge positiv oder es sind reine Suchanfragen an Suchmaschinen und Social Networking Plattformen. Die kritischen Beiträge zur INSM sind dann in Rot oder Braun markiert, zum Beispiel dieser Beitrag des Deutschen Rentenschutzbundes oder dieser Beitrag auf Perspektive2010, zu finden auf Platz 34 (schwarzer Kasten):

INSM, Perspektive2010

Andere für die INSM rote Seiten oder Feinde sind die NachDenkSeiten, United Mutations, Freitag, die Hans Böckler- Stiftung, die Bewegungsstiftung, dieser Beitrag auf Mein Parteibuch, der Wikipedia-Eintrag zur INSM oder auch dieses Blog von Max Plenert.

Unter dem Menüeintrag Notitzen, wo man rätseln darf, ob damit Notizen oder Notittchen gemeint sind, findet sich noch folgende Nachricht von Klaus Blömeke an die INSM-Redakteur Jens Walter, unterhalb davon ein paar Links zu Artikeln über die INSM und deren Granden in der Presse:

Hallo Herr Walter,
auf der http://www.insm-gesundheit.de/ sind im Footer folgende Links:
www.INSM.de | www.INSM.de/FAQ | www.INSM.de/Botschafter | www.VISION-D.de | Impressum. die FAQ und die Botschafter können raus, das Tagebuch im footer wäre mir wichtiger Herrn Höfer bitte aus dem Impressum anlinken
8-) klaus blömeke

INSM, Avaris Webdesign, Notitzen (Klick)

So so, sehr interessant, da versteht also jemand offenbar sein Handwerk als Suchmaschinen- Optimierer. Die Frage ist, inwiefern hier reine Suchmaschinen- Optimierung läuft oder über solche Tabellen, wie man sie bei Avaris Webdesign zur INSM findet, nicht eher im „Krieg der Informationen und Begriffe“ strategisch gegen Kritik und Kritiker vorgegangen wird, sei es auch nur über so genannte Suchmaschinenoptimierung (SEO). Denn der Home-Link führt zu einem leeren Unterorder namens insm_spider, der eine Fehlermeldung auslöst, da offenbar kein DirectoryIndex vorhanden ist.

Ich frage mich gerade, was mich mehr mit dem Kopf schütteln läßt: die Art und Weise, wie die INSM sich im Internet präsentiert und platziert oder die Schlamperei, Kundeninformationen ungesichert auf einem Webserver herumliegen zu lassen und von dort aus auch noch externe Links anzuklicken. Zumindest einen Verzeichnisschutz via htaccess-Datei oder Sessions mit PHP hätte man da anlegen können, oder nicht? Macht aber nichts, hatten wir dadurch doch erst die Möglichkeit einiges über Denke und Arbeit neoliberaler Propaganda-Organisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erfahren, wen sie mögen und wen sie nicht so sehr mögen – beispielsweise dieses Blog, das sich ausdrücklich dem Kampf gegen neoliberalen Bullshit verschrieben hat.

Beunruhigend finde ich, wie die INSM ihre Fangarme immer weiter ausstreckt und über Sites wie wassollwerden.de oder wirtschaftundschule.de auch schon Schüler und Jugendliche mit ihrer neoliberalen Scheisse abfüllt. Denn die Lehrer prüfen häufig nicht, woher sie ihre Unterrichtsmaterialien beziehen, egal ob dahinter die INSM oder Media Smart steckt. Gleichzeitig dehnt die INSM ihre Propaganda auf Themen wie Gesundheit und Bildung aus oder versucht über Projekte wie www.vision-d.de weiter unters Volk zu bringen. Diese Entwicklung kann, nein, muss als bedenklich eingestuft werden. Ich bezeichne dies als einen Kampf des Kapitals gegen die Demokratie, was auch zutreffend sein dürfte.

Sicherheitshalber habe ich die Daten von der entsprechenden INSM-Seite von Avaris Webdesign komplett gesichert und mehrfach bei verschiedenen Leuten platziert, sollte ich einmal in die Verlegenheit kommen, die Richtigkeit dieses Artikels nachweisen zu müssen. Juristischen Schnickschnack sollten sich die in diesem Artikel erwähnten Organisationen und Personen also besser gleich sparen.


IN2U: Calvin Klein ein Spam-Schwein?

06.04.2007

Als würde es nicht ausreichen, dass mit Hilfe von Firmen wie Trigami und deren willigen Blognutten evangelikale Sekten wie Peter Pretorius’ JAM indirekt Aufmerksamkeit und vielleicht auch Spenden bekommen haben oder VW ein albernes Video-Blog mit Hape Kerkelings Gesichtsgulasch mit Pornobalken aka Horst Schlämmer als Werbemittel einsetzte, ohne es als solches zu kennzeichnen, hielt man sich nun bei Calvin Klein für besonders schlau, als man fünf bezahlte Jungmenschinnen und Jungmenschen mit Model-Erscheinungsbild durch die Blogosphäre hüpfen ließ, damit sie Werbung für eine neue Stinkbrühe von Calvin Klein machen.

Hinter dem Blog-Betrug steht die Frankfurt(z)er Agentur DKD, die sich bei dieser Aktion wohl besonders schlau vorkam. Allerdings haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn sowohl Journalist Mario Sixtus als auch Rebellmarkt-Blogger DonAlphonso schickten nun Rechnungen für die Werbung in deren Kommentarbereichen raus. Während sich DonAlphonso mit geradezu preiswerten 3580,70 Euro für 6 Werbekommentare der CK-Blognutten und DKD-Stricher begnügt, schlägt Mario Sixtus mit 14.280,00 Euro gleich richtig zu. Auch René von Nerdcore machte nun kurzen Prozess mit der Agent(h)ur DKD und verschickte eine Rechnung für den CK-Werbemüll in seinem Kommentarbereich in Höhe von 4590 Euro. Wer DonAlphonso kennt und weiß, dass seine kleine Schwester wohl zufällig Juristin ist, der kann sich ausdenken, dass diese ach so superschlaue, ach so supervirale und ach so superhippe Kampagne DKD und CK noch so manchen Euro mehr kosten könnte, als im Budget veranschlagt wurde. Ganz zu schweigen von der eher unerwünschten Art der Aufmerksamkeit, die DKD und CK jetzt noch von der Blogosphäre zu erwarten haben. Die Agentur und deren Auftraggeber zeigen sich hingegen merkbefreit:

Für die Markteinführung des neuen Dufts IN2U von Calvin Klein wurde d.k.d mit der Konzeption und Durchführung einer Online Marketing Kamapagne beauftragt. Die Kampagne mit inszenierten Blogs, Charakteren und Bildern spricht die Generation der “Technosexuals” an, um in den Medien der Zielgruppe die Produkteinführung des neuen Dufts CK IN2U zu unterstützen.

Meine Güte, ich fand Techno als Musik schon Scheisse, wie wird da erst der Sex bei Technosexuals sein? Sich in Love Parade-Manier halbnackt an Laternenmasten, Ampeln und Straßenschildern reiben oder wie besoffene Epileptiker zuckend durch die Gegend torkeln? Und wonach riecht dann dieses CK IN2U? Nach vollgepisstem Berliner Tiergarten mit einer Note von Ecstasy und benutzten Billy Boy? Oder einfach nach nicht gekennzeichneter Werbung, Kommentar- und Linkspam? Wäre das nicht eh ein Fall für den Deutschen Werberat? Stichworte Irreführung oder unlautere Werbung? Fragen über Fragen.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass Werbung und Blogs nur schwer zueinander zu bringen sind, wenn es über Banner und deutlich als Werbung gekennzeichnete Elemente hinaus geht. Bekam ich von gekauften Beiträgen á la Trigami schon Pickel am Arsch, so krieg ich bei Aktionen wie Schlämmer/VW und DKD/CK das kalte Kotzen. Solche Aktionen untergraben die Glaubwürdigkeit von Blogs und schaden damit der gesamten Blogosphäre. Wobei es noch einmal ein Unterschied ist, ob ein abgehalfterter Komiker der Holzklasse sowas macht, der sich inzwischen wohl für nichts mehr zu schade ist oder angebliche Privatpersonen. Denn je häufiger solche Fälle bekannt werden, umso häufiger müssen Leser von Blogs sich fragen, ob die ihnen servierten Inhalte denn nun wirklich Meinungen und Erfahrungen der Blogger sind oder bezahlte Laien-Schmiererei für Backlinks oder SEO-Maßnahme einer Agentur für ihre Kunden. Und sowas – die Vermischung von Content und Werbung oder Werbung als Content zu verkaufen – gibt es meines Erachtens schon in den konventionellen Medien mehr als genug, als dass man auch noch Leser von Blogs mit so einem Müll belästigen müßte.

Wenn ich mir allerdings anschaue, welche Summen DonAlphonso, Mario Sixtus und René in Rechnung stellen, bekomme ich fast Lust, hier die Kommentare zu aktivieren. Das gäbe doch sicher eine nette Party bei einem Bloggertreffen mit Freibier, Agentur-Spamnferkel am Spieß und Nutten für alle :lol:

Hier noch zwei weitere Beiträge zum Thema von blog2.de:

- Die Calvinisten – In2Grosses Kino
- In2U is Out4Me