Na, wer hätte das gedacht…

28.02.2007

Wie eine Umfrage für TNS Infratest ergab, rasen Autofahrer mit einem Einkommen über 2.500 Eur weitaus häufiger als andere. Oh, welch eine Überraschung, irgendwie muss die blecherne Unterleibsverlängerung samt Tankstopps ja auch bezahlt werden. Interessanterweise fänden 87% der Befragten ein Tempolimit mit einer Obergrenze von bis zu 140 km/h positiv. Negativ sticht da die Gruppe der Autofahrer über 50 Jahre hervor, wo nur 82% dieser Meinung sind. Kein Wunder, die Klimafolgen ihrer ebenso sinnlosen wie für die anderen Verkehrsteilnehmer nervigen Raserei werden sie ja nicht mehr erleben.


US-Pfarrer poppen Bistum in die Pleite

28.02.2007

Es hat schon etwas sehr Skurriles an sich: Per Zölibat verbietet die katholische Kirche ihren Pfaffen geschlechtliche Beziehungen. Gleichzeitig zahlt sie bigott und schweigsam Unterhalt für Kinder, die Pfarrer beim Sex mit irgendwelchen Frauen außerhalb des auch in der eigenen Ideologie erlaubten Rahmens einer Ehe zeugen. In den USA muss nun mit dem Bistum San Diego die fünfte Diözese Gläubigerschutz beantragen. Grund sind 150 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs, deren Forderungen die finanziellen Möglichkeiten des Bistums übersteigen. Alleine die Einigungskosten sollen sich auf mehr als 200 Millionen Dollar belaufen. Die Opfer und deren Vertreter kritisierten das Vorgehen des Bistums:

Das „Opfer-Netzwerk der von Priestern Missbrauchten“ bezeichnete den geplanten Schritt in die Insolvenz als „moralischen Bankrott eines eigennützigen Bischofs, der Angst vor unbequemen Fragen über das Verwöhnen und Verheimlichen pädophiler Priester“ habe.

Mein Vorschlag: Direkter Durchgriff auf den Vatikan für jeden Fall des sexuellen Missbrauchs durch seine Erfüllungsgehilfen weltweit! Entweder schafft man dann endlich dieses dümmliche Zölibat ab oder der Vatikan als Ganzes muss dann Insolvenz anmelden – beides wäre als erfreulich zu bezeichnen.

Bliebe noch zu klären, ob die Pfarrer schon vorher pädophil waren oder ob sie sich wegen der permanenten Unterdrückung ihrer natürlichen Bedürfnisse an Kindern vergreifen, weil diese schwach und leichter zu manipulieren sind, damit sie schweigen.


Ich will nie ins Altersheim

27.02.2007

Zufällig fand ich ein Bild von einem Leserbrief von Juli 2005 zum Thema Altersheim. Tenor: Ein Altersheim kostet einen „Bewohner“ durchschnittlich 200 Euro am Tag. Im Vergleich dazu kostet eine Kabine auf einem Kreuzfahrtschiff für eine Langzeitreise 135 Euro am Tag, so dass eine Differenz von 65 Euro am Tag für andere Dinge verbleibt. Gleichzeitig ist der Service auf dem Schiff wesentlich besser als im Altersheim:

Wenn ich im Altersheim falle und mir eine Rippe breche, dann komme ich ins Krankenhaus und muss gemäß der neuen Krankenkassenreform täglich dick draufzahlen. Auf der „Aida“ bekomme ich für den Rest der Reise eine Suite und werde vom Bordarzt kostenlos verarztet.

Dieser Leserbrief zeigt einmal sehr schön, wo es im Pflegebereich hakt: bei der Transparenz und beim Wettbewerb. Vielfach unterhalten die immer gleichen Organisationen wie die Caritas Altersheime in sehr vielen Städten, dass kaum ein wirklicher Wettbewerb entsteht, so dass hohe Preise für miesesten Service berechnet werden können, der oftmals kaum mehr als eine Verwahrung bis zum Ableben darstellt. Lediglich im gehobenen Segment buhlen noch Seniorenresidenzen um die illustre Kundschaft.

Ich halte Altersheime und vergleichbare Einrichtungen generell nur bei schweren Pflegefällen für angebracht und befürworte ansonsten eher das Modell des Mehr-Generationen- Haushalts oder Mehr-Generationen-Wohnens, wie es heute von diversen Bauherren bereits wieder „neu entdeckt“ wird. Ich selbst muss mir auf Grund einer Lebenerwartung unterhalb des Renteneintrittsalters über solche Dinge glücklicherweise keine Gedanken machen.


Es trifft immer die Falschen

27.02.2007

Blutiger Angriff auf den US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan: Ein Selbstmordattentäter hat vor der Militärbasis einen Sprengsatz gezündet, während sich US-Vizepräsident Cheney gerade zu einem Besuch auf dem Gelände aufhielt. Zahlreiche Menschen starben, der Politiker blieb unverletzt.


Zitat des Tages

27.02.2007

Die Politik ist eine Hure. Unsere sogenannten Politiker sind nichts anderes mehr als Lobbyisten- Vertreter. Mehr nicht. Von daher kann man mit Fug und Recht behaupten, dass unsere Demokratie überhaupt keine mehr ist.

(gefunden im Usenet)


Button: Kampf-Blog

27.02.2007

Ich will ganz offen sein: Deutschland in seiner bestehenden Form kotzt mich an, der Neoliberalismus kotzt mich an und die wachsende soziale Ungerechtigkeit, gepaart mit Chancenungleichheit, kotzt mich noch viel mehr an. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen, beispielsweise mit korrupten Politikern, asozialen Lobbyisten und Propaganda-Affen wie der INSM und vielem mehr. Deshalb erkläre ich nun dieses Blog zu einem Kampf-Blog, erkennbar an diesem Button:

Kampf-Blog

Wer bekämpft wird? Solche Leute:

  • skrupellose Zocker an den Kapitalmärkten,
  • Aktionäre, die den Hals nicht voll bekommen,
  • Manager, die unfähig sind und nur noch auf die Rendite schauen, während die Arbeitnehmer entsorgt werden,
  • Kriegstreiber in den USA und im Nahen Osten,
  • religiöse Extremisten jeglicher Couleur,
  • Politiker, denen die Demokratie wurscht ist, weil sie sich lieber von der Wirtschaft kaufen lassen,
  • Lobbyisten, die mittels Korruption mit ihren Partikularinteressen massiv die politische Agenda diktieren,
  • Interessenverbände, die zum eigenen Vorteil und zum Vorteil der Mitglieder Propaganda und Falschinformationen verbreiten lassen,
  • fette, satte Kapitalistenschweine, die den Schwachen selbst das Brot oder das Wasser noch neiden,
  • Medien-Nutten, ganz gleich, ob Ex-Big Brother-Luder, ehemalige Heideköniginnen, die sich durch Blitzehen mit Pop(p)-Produzenten ins Gespräch bringen, oder zusammengecastete Sanges- und Tanz-Marionetten,
  • Massenmedien, die nur noch die PR-Meldungen von Lobbyisten und Wirtschaft unkritisch und unreflektiert abtippen oder vorlesen,
  • braunes Rassisten-Pack, das sich hinter der verharmlosenden Bezeichnung „Islamkritiker“ versteckt,
  • und all der ganze andere Dreck aus der Jauchegrube des Kapitalismus.

Lad Dir den obigen Button runter und mach auch Dein Blog zum Kampf-Blog, wenn Du von solchen Leuten und Zuständen die Schnauze voll hast. Optional kannst Du den Button noch auf diesen Beitrag oder eine eigene Kampfansage verlinken.


Hartz IV und der sozialkritische TÜV

26.02.2007

Es drängt sich vielfach der Eindruck auf, dass es bei den Hartz-Gesetzen nicht darum ging, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sondern die Arbeitslosen. Dieser Eindruck wird verstärkt durch Gängelungen und Schikanen der ARGE gegen ihre unfreiwilligen Kunden. Nun wurde von Studenten der Universität Magdeburg unter Peter Schruth, Professor für Sozialrecht, ein sozialkritischer TÜV entwickelt und gleich an Hartz IV gestestet. Das Ergebnis bestätigt viele Vorwürfe von Kritikern und Erwerbslosen-Initiativen:

Es ist gegenüber früheren Sozialleistungen gekürzt worden, und zwar vor allem bei Eckregelsätzen für Genussmittel, Strom und Freizeit. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag von 37,29 Euro. Der Bedarfssatz müsste eigentlich bei 382 Euro liegen. Für uns unerklärlich ist, dass die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, die zur Berechnung des Regelsatzes herangezogen wurde, im Verfahren »kleingerechnet« wurde.

Unser Eindruck war: Man hatte sich vorher auf eine Summe von 345 Euro geeinigt und alles getan, um den Betrag nicht zu überschreiten. Ein Beispiel: In der alten Sozialhilfe gab es laufende und einmalige Beihilfen. Um die Verwaltung zu entlasten, hat man letztere in eine Pauschale umgewandelt. Diese wurde mit 16 Prozent der laufenden Kosten angesetzt. Viele Fachleute meinen, es müssten eigentlich 20 Prozent sein.
(…)
Aber schon dabei stellten wir fest, dass für Kinder viel zu wenig gezahlt wird. Zunächst ist der Eckregelsatz falsch berechnet worden. Zudem erhalten 7- bis 14-jährige Jugendliche nur noch 60 Prozent dieses Betrags, nicht mehr 65 Prozent wie bei der Sozialhilfe. Bei den älteren Jugendlichen sind es 80 statt 90 Prozent. Erschwerend kommen zur Einkommensarmut auch noch Bildungsarmut und hohe Gesundheitsrisiken hinzu. All das trifft immer mehr Kinder: Von insgesamt 11,65 Millionen Kindern unter 15 leben in Deutschland 1,89 Millionen in Bedarfsgemeinschaften – das sind über 16 Prozent!

Den ganzen Bericht gibt es hier bei der sozialistischen Tageszeitung Neues Deutschland.

Da erstaunt es dann auch nicht mehr, wenn der UNO-Schulinspektor Vernon Muño das deutsche Bildungssystem unter anderem auch deshalb kritisiert, weil zu früh „aussortiert“ werde und das System „extrem selektiv“ sei:

Das traditionell dreigliedrige Schulsystem aus Haupt-, Realschule und Gymnasium benachteilige Kinder aus armen Elternhäusern. Der Bildungserfolg in Deutschland hänge so stark wie in keinem anderen Industrieland von der sozialen Herkunft der Eltern ab.

Die gesamte Kritik von Vernon Muño ist schlicht vernichtend: Das „Bildungssystem als Ganzes“ müsse reformiert werden, die Schulstruktur ebenso. Das hält unsere Dummschwätzer von der Bundesregierung und der KMK aber natürlich nicht von sinnlosem Geschwafel und dümmlichen Beschwichtigungen ab. Schließlich gilt es, Veränderungen zu verhindern, mit denen Politiker auf Grund von „Nebenjobs“ in der Wirtschaft in gewisse Konflikte geraten könnten. Zu den unbeweglichen und verstaubten Betonköpfen der Kultusministerkonferenz (KMK) erspare ich mir jeglichen Kommentar, außer dass manche Beamte mit Veränderungen generell ein Problem haben. Denn diese Veränderung könnte unter anderem bedeuten, dass sie selbst überflüssig würden – so vielleicht auch eine Kultusministerkonferenz der Besitzstandswahrer, wenn ein nationaler Bildungspakt beschlossen würde.