Noch ein paar Links zum Thema INSM

Die INSM-Woche bei Perspektive2010 neigt sich fast dem Ende zu, aber einige Kugeln sind noch im Lauf – am Wochenende hat’s etwas mehr Zeit fürs Bloggen. Dennoch will ich heute noch auf drei Websites über die INSM hinweisen:

ver.di: Zweifelhafte Botschafter – Die Bevölkerung steht im Visier der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft:

Ausgearbeitet werden die Kampagnen von der Werbeagentur Scholz & Friends in Berlin. Im Grunde ist die INSM eine Erfindung von Scholz & Friends. Die Agentur designt nicht nur die Anzeigen, sondern ist auch mit strategischer Beratung behilflich. Bis zu 60 Mitarbeiter der Agentur werden am Projekt INSM beschäftigt. Scholz & Friends betreibt sogar eine Redaktion für den Internetauftritt der INSM. Dort werden Nachrichten aus Politik und Wirtschaft aufbereitet und kommentiert – jetzt sogar mit einem Nachrichtenticker.

Dass dabei die Grenzen zwischen Journalismus und Werbung verschwinden, stört niemanden. Aus den Meinungsbeiträgen von Tietmeyer, die in verschiedenen Tageszeitungen erscheinen, zitieren Nachrichtenagenturen und andere Zeitungen ohne auf den Entstehungskontext hinzuweisen. Durchlässig werden die Grenzen auch durch Medienpartnerschaften. Mit der Wirtschaftswoche betreibt die INSM zusammen ein Reformbarometer. Wissenschaftler bewerten dort monatlich die Umsetzung der angekündigten Reformen. Mit dem Wirtschaftsmagazin impulse zusammen hat die INSM einen Journalistenpreis ausgelobt. Journalisten bekommen Preise für ihre Darstellung der Verkrustungen des deutschen Wirtschafts- und Sozialsystems, für ihre Berichte über den Meisterzwang im Handwerk und für die Serie „Bremsklotz Bürokratie“ im Handelsblatt. Weitere Partnerschaften gibt es mit dem Focus, mit der Hörzu, mit zahlreichen Lokalzeitungen und mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

tadema brandaktuell: INSM – Negativschlagzeilen häufen sich

„Deutschland ist Schlusslicht“, so schrecken uns die Alarmrufe unserer Wirtschaftsexperten. Von Arbeitgebern finanzierte Propaganda-Agenturen wie die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ bläuen uns ein: Deutschland ist am Ende, wenn wir nicht die Löhne senken, Sozialleistungen kürzen, Unternehmenssteuern senken, der Markt kann alles besser als der Staat. Und die meisten Medien krächzten die Angstparolen wie Papageien nach: Der Sozialstaat und Gewerkschaften sind am Elend schuld. Die Politiker und Parteien wurden weich geklopft, das zu „reformieren“.
Die plumpe Kampagne wird zum Glück verpuffen. Die Wähler haben den „Systemveränderern von oben“ gezeigt, dass sich das Volk, der „alte Lümmel“, nicht für blöd verkaufen lässt. (Wolfgang Lieb, Nach- DenkSeiten)

Die letzte Info für heute werden aufmerksame Leser bereits in der Blogroll ausgemacht haben: Es gibt inzwischen ein INSM-Watchblog:

So wie die obige Landschaft liegt auch Deutschland seit geraumer Zeit im Nebel. In diesem Nebel agieren Lobbyisten, Denkfrabriken (Think Tanks), korrupte Politiker sowie käufliche Medien und Menschen auf für den durchschnittlichen Bürger nicht erkennbare Art und Weise. Er bekommt lediglich das meist für ihn negative und belastende Ergebnis dieser Mauscheleien in Form von Reformen und Gesetzen aufgebürdet, die seine Bürger- und Menschenrechte beschneiden, während die Akteure im Nebel sich die Hände reiben und abkassieren. Einer der Akteure im Nebel ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder kurz INSM, die vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall mit knapp 10 Mio. Euro pro Jahr ausgestattet wird, um neoliberale Propaganda in Medien und Gesellschaft zu verstreuen. Dazu betreibt sie zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) aus Bonn und anderen Mitgliedern in deren Netzwerk diverse Projekte, die jeweils einzelne Zielgruppen und Themenbereiche abdecken. So gibt es beispielsweise spezielle Angebote für Jugendliche und Lehrer sowie seit dem 11. April 2007 die Website Unicheck.de, welche die Studenten gebührenfreundlicher stimmen soll.

Dieses Blog soll daher dazu dienen, die Verdummungskampagnen und die neoliberale Propaganda der INSM in ihre Einzelteile zu zerlegen, damit diese nur noch so wenig Einfluß wie möglich auf die Menschen ausüben kann – zumindest bei denen, die Internetuser sind. Ansonsten gilt: Weitersagen und Mund aufmachen, wenn irgendwo wieder neoliberaler Brei als Nachricht, angebliche Wahrheit oder vermeintlich alternativloses Konzept verbreitet wird.

Dort gibt es auch interessante Informationen über Projekte des IW Köln, das der INSM „wissenschaftliche“ Ergüsse liefert. So entsteht ein schönes Gesamtbild dieses neoliberalen Konglomerats.

Der Autor des Watchblogs nennt sich INSM-Sniper. Als Sniper bezeichnet man einen Scharf- oder Todesschützen. Na, dann wünsche ich schonmal Weidmanns Heil, eine hohe Trefferquote und gutes Gelingen!

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