Spruch des Tages

07.08.2008

Wie dämlich Neoliberale sind, bemerkt man z.B. daran, dass sie auf der einen Seite wegen Erdöl und Peak Oil zittern, aber auf der anderen Seite weiter ramschige und teils giftbelastete Waren um die ganze Welt verschiffen lassen, welche sie ohne Einhaltung der Menschenrechte zum Billigtarif in dem wirtschaftsfaschistischen Verbrecherstaat China produzieren lassen. Und ganz nebenbei verseuchen sie in China mit ihren Fabriken ganze Landstriche, so dass Landwirtschaft in diesen Gegenden nicht mehr möglich ist.

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Nachlese zur Themenwoche über die INSM

06.05.2007

Stammleser werden es mitbekommen haben, dass ich neulich in diesem Blog eine Themenwoche über die Lobby-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) veranstaltet hatte. Aus dieser Themenwoche sind insgesamt 19 Artikel hervorgegangen, die einen Ausschnitt des sichtbaren Wirkens der INSM in der Öffentlichkeit und in der Politik beschreiben. Da zu diesem Zeitpunkt gerade die die Studiengebühr-PR der INSM unter http://www.unicheck.de an den Start ging, ist teilweise auch Unicheck in einzelnen Artikeln thematisiert worden. So mancher Leser wird sich fragen, welchen Sinn diese Themenwoche hatte und ich werde diese Frage nachfolgend beantworten.

Zunächst war mein primäres Anliegen, zumindest in der Blogosphäre ein Basiswissen und vor allem ein Bewußtsein darüber aufzubauen, wer die INSM ist, was sie tut und welche Ziele sie verfolgt. Dazu angespornt wurde ich durch den zufälligen Fund der Punkteliste, die ein Bonner Dienstleister, der unter anderem Suchmaschinenoptimierung anbietet, für die INSM erstellt hatte. Bald berichteten auch andere Blogs über den durchaus interessanten Fund und Marcel von Mein Parteibuch war so freundlich, aus den Dateien die Links der kritischen Berichte über die INSM zu extrahieren, die er als Linkliste zur Verfügung stellte. Diese Linkliste fand dann auch eine gewisse Verbreitung in politischen Blogs. Insofern war mein primäres Anliegen praktisch erledigt. Allerdings fragte ich mich, warum die Massenmedien so häufig tendenziell eher positiv über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) berichten oder gar auch Pressemitteilungen 1:1 übernehmen. Mit kritischem Journalismus und eigener Recherche hat das jedenfalls wenig zu tun. Ich würde dieses Vorgehen eher als ein sinnloses Füllen der Spalten zwischen den Werbeanzeigen bezeichnen. Einige Medien kooperieren auch direkt mit der INSM, wahrscheinlich auf Grund von Übereinstimmungen mit den Ansichten der Eigentümer oder der Redaktion. Auf diesem Wege wird Journalismus ad absurdum geführt und praktisch unreflektiert einseitige Werbung betrieben, ohne dass sie als solche gekennzeichnet wäre. Meist erfahren die Leser nämlich eben nicht, wer die INSM ist, wer dahinter steckt und welche Ziele sie sich auf die Fahnen geschrieben hat.

Ich habe zwar durchaus Verständnis dafür, wenn in Redaktionen auf Grund des Konkurrenzdrucks auf Teufel komm raus gespart wird, an Arbeitskräften ebenso wie an den verfügbaren Zeit- und Kostenrahmen für eigene Recherche. Dennoch sollte es nicht zuviel verlangt sein, mit Hilfe von Google, Wikipedia, LobbyControl, NachDenkSeiten oder anderen Diensten nach Begriffen und Personen zu suchen und so in seinen Artikeln zumindest eine halbwegs objektive Sicht wahren zu können. Alles andere ist nichts weiter als unkritisches Abschreiben von PR-Meldungen und hat mit Journalismus so viel zu tun wie banale Werbung oder debiles Shopping-TV.

Es ist aber nun nicht so, dass die INSM und ihr Netzwerk besonders neu wären. Auch an der angemessenen Kritik fehlt es schon seit Jahren nicht – allerdings sucht man selbige in den Massenmedien vergeblich, wenn man von vereinzelten Berichten bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern absieht. Im Dezember 2005 zeichnete die Hamburg Media School den Kommunikationswissenschafts- Absolventen Christian Nuernbergk für seine Abschluss-Arbeit über die Arbeitsweise der INSM und des Umgangs der Medien mit deren Pressemitteilungen mit einem Preis aus:

Wie die PR-Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit journalistischer Hilfe die veröffentlichte Meinung beeinflusst, konnte Christian Nuernbergk am Beispiel von elf Meinungsführermedien aufdecken. In seiner Studie „Die Mutmacher“ beleuchtet er, warum die Initiative trotz mangelnder Transparenz für gute Presse sorgen und sich darüber hinaus ein Image von Überparteilichkeit und Kompetenz geben konnte. Dafür war nicht nur der äußerst geschickte Einsatz verschiedener PR-Instrumentarien verantwortlich, sondern vor allem der kritiklose Umgang vieler Journalisten mit dem PR-Material. Über ein halbes Jahr lang analysierte Nuernbergk die Pressemitteilungen der Initiative und verglich sie mit der Berichterstattung, die sich als überwiegend undifferenziert und einseitig positiv herausstellte. Häufig versagten die Kontrollmechanismen der freien Presse: Die Positionen der Initiative wurden unkritisch übernommen, eigene Recherchen blieben aus, alternative Sichtweisen kamen nicht vor.

Wie bereits erwähnt, das war der Stand im Dezember 2005. Die frühesten Berichte über die INSM auf den NachDenkSeiten datieren von Ende 2003 / Anfang 2004. Bei LobbyControl ging es Mitte 2005 mit der Berichterstattung über die INSM richtig los. Warum also weigern sich die Massenmedien – von wenigen Ausnahmen abgesehen – so vehement auch kritisch über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu berichten? Dazu gibt es einen interessanten Artikel in der Wochenzeitung Freitag, in dem darüber berichtet wird, wie die INSM versucht Journalisten und Redaktionen zu bedrängen und einzuschüchtern, wenn diese kritisch über die INSM schreiben:

Gern sagt die Initiative kritischen Journalisten Gewerkschafts- oder Parteinähe oder andere angebliche Befangenheiten nach. Damit versuchen die PR-Profis, die Qualität der Arbeit und die Glaubwürdigkeit des Journalisten in Frage zu stellen. Diese Praxis komme aus den USA, nenne sich dort „Blaming“ und würde bei uns erst neuerdings angewendet werden, um Kritiker hart zu bekämpfen, erklärt Thomas Leif.
(…)
„Enzweiler sagte später ganz offen zu mir, dass die Initiative zu anderen Mitteln greife, wenn sie mit ihren Einwänden gegen kritische Berichterstattung nicht durchdringe“, erinnert sich Lilienthal.

Das sind recht unfeine Methoden, die man aus einem solchen Kreis hochwohlgeborener Erben, Industrieller, Unternehmer, Akademiker, Prominenter und Politiker nicht erwartet hätte. Ich habe etwas gegrübelt, was Tasso Enzweiler, ein früherer Geschäftsführer der INSM, mit seiner Äußerung gegenüber dem Journalisten Volker Lilienthal gemeint haben könnte. Nun, es dürfte für die INSM mit ihren illustren Köpfen sehr leicht sein, diverse Unternehmen darin zu beeinflussen, wo sie ihre Werbeanzeigen und -Spots schalten. Allerdings dürfte der Evangelische Pressedienst (epd) darauf nicht unbedingt angewiesen sein, da die Kirche im Hintergrund finanzkräftig genug sein sollte. Was also meinte Enzweiler? War dies eine Bedrohung gemäß § 241 StGB? Wahrscheinlich nicht, denn es fehlt die konkrete Androhung eines Verbrechens als Tatbestandsmerkmal. Dennoch hinterläßt diese Drohung einen üblen Beigeschmack und die Frage, ob man es bei der INSM mit einer Lobby-Organisation zu tun hat oder potentiell mit organisierter Kriminalität. Allerdings gibt der Bericht keine weiteren Details her, so dass man darüber nur spekulieren kann.

Was bleibt also übrig von der Themenwoche über die INSM? Nun, auf jeden Fall 19 frei zugängliche Artikel, die auch jeder Journalist problemlos und schnell auffinden kann, wenn er das nächste Mal eine Pressemitteilung der INSM verarbeitet. Da wäre es doch ein erfreulicher Fortschritt, wenn die Berichte zukünftig – zumindest in Nebensätzen – den Hinweis enthielten, dass es sich bei der INSM um ein PR-Spielzeug der Arbeitgeber- Verbände handelt, die vorrangig wirtschaftsliberale Ziele verfolgen und mit besonderer Vorliebe „wissenschaftlich“ unterfütterte Märchen verbreiten, mit denen sie unter dem Schlagwort „Reformen“ die Abschaffung des Sozialstaates ebenso forcieren wie die Abschaffung von Unternehmenssteuern und Tarifverträgen.

Weiterhin ist – wahrscheinlich von Lesern dieses Blogs – ein INSM-Watchblog eingerichtet worden, das nicht nur die Aktionen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kritisch beobachten und kommentieren will, sondern auch schon alleine auf Grund der zahlreichen Links zu kritischen Berichten über die INSM auf jede Blogroll gehören sollte. Dort ist derzeit ein sehr aufschlussreicher Artikel darüber zu finden, wie die INSM mit „wissenschaftlicher“ Unterstützung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln gegen den Mindestlohn zu Felde zieht, weil Geiz und Lohndumping ja so geil sind. Dabei kommen auch Verbindungen mit anderen Instituten und Institutionen zum Vorschein, so dass man zu dem Schluss gelangen könnte, dass die Knotenpunkte des neoliberalen Netzwerks die zahlreichen Wirtschaftsforschungsinstitute sein könnten, die jeweils mehr oder weniger direkt mit der Wirtschaft verbandelt sind.

In Sachen Mindestlohn empfehle ich hingegen diese Initiative der SPD, wo es auch gleich 10 gute Gründe für den Mindestlohn gibt. Wie man hingegen wie die INSM zu der irrigen Annahme kommen kann, dass die Lebenszeit von Menschen so wenig wert sei, dass sie vom Verkauf dieser Zeit nicht einmal überleben können sollen, will sich mir nicht erschließen. Vielleicht habe ich aber auch nur nicht so viel Geld, dass es mir den Charakter verderben könnte.

Damit ist das Thema INSM hier erst einmal erschöpft, solange keine besonders berichtenswerten Ereignisse eintreten sollten. Ich habe eine Basis geschaffen, der Rest wächst durch die Arbeit anderer weiter. Ich will mich in den nächsten Tagen lieber mit der Entwicklung eines positiven Gesellschaftsmodells für die Zukunft beschäftigen, das man dem neoliberalen Unfug entgegensetzen kann. Konzepte wie das bedingungslose Grundeinkommen packen meines Erachtens die Probleme nicht so recht an der Wurzel, auch wenn die Richtung schon einmal stimmt. Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an…


Einseitige Parolen der INSM – präsentiert u.a. von Oswald Metzger

14.04.2007

Ich berichtete heute Mittag über Reinhard Bütikofer, einen Politiker der Grünen, der sich erfolgreich gegen die Verwurstung seiner Person durch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft wehrte und deren neoliberale, marktradikale Politik ablehnt. Es gibt aber auch noch einen anderen Grünen. Ob der nun wirklich noch politisch grün ist oder ob er nur deshalb noch in der Partei ist, um sich besser für die INSM verkaufen zu können, sei dahingestellt: Oswald Metzger, über den bei Wikipedia folgendes zu lesen ist:

Der Tagesspiegel vermutet in einem Artikel von Harald Schumann eine materielle Beziehung in Form von Auftragsvermittlungen der INSM u.a. an Oswald Metzger: „Die Allianz von Prominenz und PR folgt dem Prinzip der gegenseitigen Instrumentalisierung. Die ‚Botschafter‘ propagieren einzelne Slogans der ‚Initiative‘ und verschaffen ihr Glaubwürdigkeit. Im Gegenzug fungieren berolino.pr sowie Scholz & Friends als Agenten, die ihren Schützlingen zu guten Auftritten und Medienpräsenz verhelfen.“

Dieser Vermutung schließe ich mich an. Denn meiner Meinung nach ist es vollkommen egal, wer die Vorträge von Metzger bezahlt, es geht ja immer wieder nur um das gleiche platte Geschwafel nach dem Schema Mehr Reformen! und Der Sozialstaat muss weg! Ok, letzteres sagt niemand dieser Leute offen, aber das dürfte nach meiner Einschätzung durchaus eines der Ziele der INSM sein. Denn was weg ist, kann die Arbeitgeber ja nichts mehr kosten. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass Metzger weiterhin seine luxuriös vergüteten „Vorträge“ vermittelt bekäme, wenn er nicht mehr als Botschafter der INSM durch die Öffentlichkeit wandelte.

Beim NDR gibt es einen Bericht über die INSM, in dem auch Oswald Metzger unter die Lupe genommen wird. Titel: Einseitige Parolen – Arbeitgeber finanzieren journalistische Inhalte. Den Bericht gibt es übrigens auch als Video, in dem Oswald Metzger alles andere als eine gute Figur macht. Zunächst erzählt er stolz und freimütig von seinem ordentlichen Honorarsatz in Höhe eines durchschnittlichen Monatsgehalts pro Abend. Angesprochen auf seine Rolle für die INSM antwortet er ausweichend mit einer Gegenfrage:

„Sind Sie von Attac bezahlt? Ich will jetzt Ihnen nur spiegeln wie ich das empfinde, was sie grad machen. Also ich find das fast unverschämt.“

Gähn. Erstens ist Attac unabhängig. Zweitens vergibt Attac keine luxuriösen Nebenjobs für Leute wie Metzger, die außer einem abgebrochenen Jura-Studium und Politik im Leben nichts geleistet haben. Na gut, da ist noch sein Geschreibsel in einem Buch mit dem Titel Einspruch, aber auch da tritt Metzger vorrangig die üblichen Mehr Markt! – Plattitüden breit. Man könnte es aber auch einfach als eine Art Werbebroschüre für Neoliberalismus und Marktradikalismus bezeichnen. Erschienen übrigens in der Verlagsgruppe Random House, die zu Bertelsmann gehört. Dann ist da noch Metzgers Hinweis auf das Spiegeln. Wenn man einmal davon absieht, dass so ein hauptberuflicher Lobbyist in meinen Augen noch am ehesten eine Darmspiegelung mit einem angespitzten Flaggenmast verdient hätte, ist diese Äußerung wohl bezeichnend für Metzgers besonders wertvolle Kompetenz. Das Spiegeln in der Kommunikation ist ein Begriff aus der Neurolinguistischen Programmierung (NLP), einer in Manager- und Verkäuferkreisen seit geraumer Zeit besonders trendigen Methode in der Kommunikation, garniert mit einem Touch Esoterik. NLP verspricht beispielsweise Schlagfertigkeit und Überlegenheit in diversen Situationen der Kommunikation, z.B. in Diskussionen oder Verkaufsgesprächen. Ich habe selbst ein mehrtägiges Grundlagen-Seminar zu NLP besucht und halte das Ganze für eine lächerliche Dampfplauderei und eine wohlklingend verpackte Professionalisierung von Heuchelei mit dem Ziel der Manipulation des Kommunikationspartners. Faire und offene Kommunikation sieht jedenfalls anders aus. Aber irgendwie passt das mit der Manipulation ja auch wieder gut zur INSM, oder? Im Übrigen wäre es interessant, ob Metzger die Frage des NDR-Reporters auch dann unverschämt gefunden hätte, wenn er anstatt für die INSM für die NPD unterwegs wäre. Wahrscheinlich schon, allerdings ändert das schlichtweg nichts an den Fakten. So schlagfertig und überlegen ist man also mit NLP – grandios! 😆

Genug gealbert. Inzwischen gibt es auch bei der Tageszeitung jungeWelt einen Artikel zum Thema Unicheck.de, in dem neben der INSM auch das Magazin UNICUM angesprochen wird:

Bis man sieht, daß für die Internetseite Unicheck.de, auf der »abgestimmt« und »mitbestimmt« werden soll, die »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM) verantwortlich zeichnet – eine einflußreiche neoliberale Lobbyorganisation, die auf Medienmanipulation spezialisiert ist. Ein Höhepunkt ihres Schaffens war die Zahlung fünfstelliger Eurobeträge an die ARD, die sich damit bedankte, Figuren ihrer Seifenoper »Marienhof« unter anderem Lobeshymnen auf »Eigeninitiative«, unbezahlte Überstunden und Zeitarbeit in die Münder zu legen.

Bei Unicheck.de sollen sich Studierende nun darüber informieren und austauschen, wie von den Universitäten eingenommene Studiengebühren wieder ausgegeben werden. »Wir diskutieren nicht mehr, ob Gebühren oder nicht, sondern jetzt sind sie da und wir schauen, was wird mit Eurem Geld gemacht«, zitiert der Unispiegel eine Ankündigung der Betreiber. Die kritiklose Anerkennung von Studiengebühren, die ja tatsächlich erst in fünf Bundesländern »da« und höchst umstritten sind, wird zum Akt der Emanzipation umgeschminkt – allen Ernstes mit einem Megaphon als Logo und dem Slogan »Zeig der Uni deine Macht«.

Ebenso hat Die Linke im POLIXEA-Portal eine Stellungnahme zum Thema Studiengebühren und Unicheck.de veröffentlicht:

Das neue Online-Portal http://www.unicheck.de ist ein weiterer billiger Versuch, Studiengebühren als Normalität erscheinen zu lassen und den Protest gegen ihre Einführung zu schwächen. Hinter dem Projekt steht die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die bereits in der Vergangenheit immer wieder als Lobbyverband zur Einführung von Studiengebühren aufgetreten ist. Sie behauptet, neutral und überparteilich zu sein. Finanziert wird sie jedoch vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

Die Strategie des Projekts von http://www.unicheck.de ist leicht zu durchschauen: Mit dem Motto „Abstimmen. Mitbestimmen.“ wird den Studierenden vorgemacht, hier hätten sie was zu sagen. Statt gegen Studiengebühren auf die Straße zu gehen und für gebührenfreie Bildung zu kämpfen, sollen sie brav ihre Gebühren zahlen und dann bei unicheck.de ein paar Kreuzchen machen. Studierende wollen Gebühren zahlen, die in die Lehre fließen, so die Botschaft der Arbeitgeberlobby. Das ist eine Verdrehung der Tatsachen. Es geht den Studierenden nicht um eine andere Verwendung der Gebühren. Sie fordern stattdessen ein gebührenfreies Studium.

Hoffen wir, dass sich diese klare Sicht auf die INSM und deren Propaganda auch noch in der neoliberalen Einheitspartei CDUCSUSPDFDPGrüne und in der Großen Korruption in Berlin durchsetzt. Ein guter Anfang wäre es, wenn zumindest bei den Parteien, deren Namen nicht mit C oder F beginnen, INSM-Lobbyisten aus der Partei ausgeschlossen würden. Und da sollten die Grünen mit Oswald Metzger den ersten Schritt machen. Das würde zwar wahrscheinlich nicht seine Tätigkeit für die INSM beenden, aber vielleicht zumindest seine Vortragshonorare schrumpfen lassen. Warum wohl?


Die INSM hat das eine oder andere Problem

06.04.2007

Aber nicht wegen mir, so realistisch bin ich ja doch, dass ich erkenne, dass ein vergleichweise kleines Blog wie Perspektive2010 einer millionenschweren Propaganda-Agentur wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) , die von den Metall-Arbeitgebern mit Kapital versorgt wird und viele weitere finanziell potente oder politisch einflußreiche Unterstützer und Botschafter haben dürfte, nicht an den Karren fahren kann. Aber dann gibt es da noch so etwas, das nennt sich Zufall. Aber auch dieser Zufall ist nicht weiter kritisch, er offenbart aber die Arbeitsweise der INSM und vergleichbarer Propaganda-Agenturen, die sich die arbeitgeber- und kapitalistenfreundliche Umerziehung des deutschen Volkes auf die Fahnen geschrieben haben.

Wie die meisten anderen Blogger auch, analysiere ich regelmäßig meine Statistiken, sowohl via Blogcounter als auch die Statistiken des Hosting Providers. Dabei stieß ich heute auf einen Referrer, den ich vorher noch nicht in den Statistiken hatte: www.positionen1.avaris-webdesign.de. Ich verfolgte also den Link und stieß dabei auf interessante Informationen. Hinter Der Firma Avaris Webdesign steht offenbar Klaus Blömeke aus Bonn, der unter anderem auch Suchmaschinenoptimierung anbietet. Dies passt genau zu den Informationen, die ich hinter dem Referrer auf mein Blog gefunden habe. Ich will meine Leser aber nicht weiter auf die Folter spannen, sondern gleich folgenden Screenshot zeigen und erklären:

INSM, Avaris Webdesign, Ranking

Zur Erklärung: In der linken Spalte sind wohl Positionen zum Suchbegriff INSM angegeben, rechts daneben ein Punktwert. In der obersten Zeile werden offenbar die Stichtage des Rankings angezeigt. Die verschiedenen Farbpunkte haben nun offenbar folgende Bedeutung: Die grünen Punkte mit Ausrufezeichen kennzeichnen Web-Adressen der INSM, z.B.

Am Ende der Seite ist ein Punktwert zu finden. Dieser Punktwert gibt wohl an, wie das Ranking der INSM-Websites zu den jeweiligen Stichtagen der Auswertung war. Der älteste Wert ist vom 7. Dezember 2006, der aktuelleste von heute, dem 05. März 2007, und zeigt einen Punktwert von 277. Der älteste Eintrag im Überblick 1 geht zurück bis auf den 7. September 2006.

Was bedeuten aber die anderen bunten Punkte? Nun, darüber kann ich nur anhand der hinterlegten Web-Adressen spekulieren. Die grünen Punkte ohne Ausrufezeichen führen jedenfalls zu offiziellen Medien wie der ZEIT oder dem Tagesspiegel. Generell sind dort positive und neutrale Meldungen zur INSM zu finden, teils auch Websites von einzelnen Botschaftern der INSM und Suchen bei Yahoo Finance und Mister Wong zum Begriff INSM. Je dunkler der Grünwert, desto weniger sind die Beiträge positiv oder es sind reine Suchanfragen an Suchmaschinen und Social Networking Plattformen. Die kritischen Beiträge zur INSM sind dann in Rot oder Braun markiert, zum Beispiel dieser Beitrag des Deutschen Rentenschutzbundes oder dieser Beitrag auf Perspektive2010, zu finden auf Platz 34 (schwarzer Kasten):

INSM, Perspektive2010

Andere für die INSM rote Seiten oder Feinde sind die NachDenkSeiten, United Mutations, Freitag, die Hans Böckler- Stiftung, die Bewegungsstiftung, dieser Beitrag auf Mein Parteibuch, der Wikipedia-Eintrag zur INSM oder auch dieses Blog von Max Plenert.

Unter dem Menüeintrag Notitzen, wo man rätseln darf, ob damit Notizen oder Notittchen gemeint sind, findet sich noch folgende Nachricht von Klaus Blömeke an die INSM-Redakteur Jens Walter, unterhalb davon ein paar Links zu Artikeln über die INSM und deren Granden in der Presse:

Hallo Herr Walter,
auf der http://www.insm-gesundheit.de/ sind im Footer folgende Links:
http://www.INSM.de | http://www.INSM.de/FAQ | http://www.INSM.de/Botschafter | http://www.VISION-D.de | Impressum. die FAQ und die Botschafter können raus, das Tagebuch im footer wäre mir wichtiger Herrn Höfer bitte aus dem Impressum anlinken
😎 klaus blömeke

INSM, Avaris Webdesign, Notitzen (Klick)

So so, sehr interessant, da versteht also jemand offenbar sein Handwerk als Suchmaschinen- Optimierer. Die Frage ist, inwiefern hier reine Suchmaschinen- Optimierung läuft oder über solche Tabellen, wie man sie bei Avaris Webdesign zur INSM findet, nicht eher im „Krieg der Informationen und Begriffe“ strategisch gegen Kritik und Kritiker vorgegangen wird, sei es auch nur über so genannte Suchmaschinenoptimierung (SEO). Denn der Home-Link führt zu einem leeren Unterorder namens insm_spider, der eine Fehlermeldung auslöst, da offenbar kein DirectoryIndex vorhanden ist.

Ich frage mich gerade, was mich mehr mit dem Kopf schütteln läßt: die Art und Weise, wie die INSM sich im Internet präsentiert und platziert oder die Schlamperei, Kundeninformationen ungesichert auf einem Webserver herumliegen zu lassen und von dort aus auch noch externe Links anzuklicken. Zumindest einen Verzeichnisschutz via htaccess-Datei oder Sessions mit PHP hätte man da anlegen können, oder nicht? Macht aber nichts, hatten wir dadurch doch erst die Möglichkeit einiges über Denke und Arbeit neoliberaler Propaganda-Organisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erfahren, wen sie mögen und wen sie nicht so sehr mögen – beispielsweise dieses Blog, das sich ausdrücklich dem Kampf gegen neoliberalen Bullshit verschrieben hat.

Beunruhigend finde ich, wie die INSM ihre Fangarme immer weiter ausstreckt und über Sites wie wassollwerden.de oder wirtschaftundschule.de auch schon Schüler und Jugendliche mit ihrer neoliberalen Scheisse abfüllt. Denn die Lehrer prüfen häufig nicht, woher sie ihre Unterrichtsmaterialien beziehen, egal ob dahinter die INSM oder Media Smart steckt. Gleichzeitig dehnt die INSM ihre Propaganda auf Themen wie Gesundheit und Bildung aus oder versucht über Projekte wie http://www.vision-d.de weiter unters Volk zu bringen. Diese Entwicklung kann, nein, muss als bedenklich eingestuft werden. Ich bezeichne dies als einen Kampf des Kapitals gegen die Demokratie, was auch zutreffend sein dürfte.

Sicherheitshalber habe ich die Daten von der entsprechenden INSM-Seite von Avaris Webdesign komplett gesichert und mehrfach bei verschiedenen Leuten platziert, sollte ich einmal in die Verlegenheit kommen, die Richtigkeit dieses Artikels nachweisen zu müssen. Juristischen Schnickschnack sollten sich die in diesem Artikel erwähnten Organisationen und Personen also besser gleich sparen.