Die Geisteskrankheit der Religion am Beispiel des Christentums

12.10.2008
Ta Dah
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Zitat des Tages

11.10.2008

Die Priester der verschiedenen religiösen Sekten […] fürchten den Fortschritt der Wissenschaft wie die Hexen den Anbruch des Tages und blicken finster auf den tödlichen Boten, welcher die Zerstörung der Bauernfängerei ankündigt, von der sie leben.

Thomas Jefferson


Zitat des Tages

07.10.2008

Ein Wirbelwind währt keinen Morgen lang.
Ein Platzregen währt keinen ganzen Tag.
Himmel und Erde können nichts Dauerndes schaffen.
Wieviel weniger der Mensch!

Tao Te King


Spruch des Tages (2)

07.08.2008

Neoliberalismus ist eine durch Gier, Maßlosigkeit und Menschenverachtung ausgelöste Geisteskrankheit oder seelische Entartung.


Die INSM, die Kirchen und der Vatikan

06.05.2007

Lange Zeit waren die Kirchen eine Art außerparlamentarisches Regulativ in Sachen soziale Gerechtigkeit. Dies erstaunt nicht, wird in der Bibel doch davon berichtet, dass Lattenjupp J. vor allem zu den Armen, Alten und Schwachen ging, ihnen Trost und Hilfe spendete, während er die Reichen und Gierigen verdammte. „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt“ ist nur eines von vielen Zitaten von J. über die Reichen und Mächtigen seiner Zeit. Umso erstaunlicher war für mich hingegen, dass es beim Raubbau an der sozialen Absicherung im Rahmen der Reformen aus dem rot-grünen Paket der Agenda 2010, also z.B. Hartz-Gesetze und Gesundheitsreform, kaum Widerspruch oder Protest von den Kirchen gab.

Was war passiert?

Nun, man könnte es in einem Satz so ausdrücken: Die INSM hat die Kirchen auf Linie gebracht. Hans Tietmeyer, Kuratoriumsvorsitzender der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und ehemals Präsident der Bundesbank, war im Oktober 2001 Hauptredner bei der Tagung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) zum Thema Soziale Marktwirtschaft. Im Dezember 2001 veröffentlichte Tietmeyer bei der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle die Broschüre “Besinnung auf die Soziale Marktwirtschaft”. Beide Male wandte sich Tietmeyer gegen die einseitige Interpretation des Sozialen als Verteilungsgerechtigkeit und plädierte für mehr “Eigenverantwortung”. Umgekehrt wurde Kardinal Lehmann im Juni 2002 als erster Redner zu den Ludwig Erhard-Lectures eingeladen, die die INSM neu ins Leben gerufen hatte.

Lehmann berief Hans Tietmeyer zusammen mit Paul Kirchhof (damals noch INSM-Botschafter) in den neunköpfigen Beraterkreis für ein neues Papier der katholischen Kirche zum Sozialstaat. Der Impulstext “Das Soziale neu denken” der katholischen Bischöfe wurde im Dezember 2003 veröffentlicht und präsentierte über weite Strecken eine neoliberal geprägte Analyse eines Reformstaus und die Kritik an einem unüberschaubaren Dickicht von Transferleistungen. Dies bedeutete einen deutlichen Richtungswechsel der Kirchen beim Thema soziale Gerechtigkeit – befördert durch die INSM. Das Impulspapier wurde und wird ebenfalls über die der CDU/CSU nahestehende Konrad-Adenauer-Stiftung verbreitet. Dass Kardinal Lehmann dann noch Ende Oktober 2004 Hans Tietmeyer medienwirksam zum 75. Geburtstag gratulierte, versteht sich von selbst.

Wer nun denkt, dass dies ein Einzelfall sei, der vielleicht durch persönliche Bande zwischen Lehmann und Tietmeyer passieren konnte, der irrt. Denn im September 2006 wurde Hans Tietmeyer als neuer Chef der Vatikanbank gehandelt, weil Papst Benedikt XVI. die Finanzgeschäfte des Vatikans neu regeln wollte. Seinerzeit gab es wohl einen Finanzskandal, da der verstorbene Erzbischof Paul Marcinkus der Vatikan-Bank mit Mafia-Kontakten schweren Schaden zugefügt haben soll. Zur Information: Es gibt ca. 40.000 kirchliche Konten mit einem Volumen von 5 Milliarden Euro. Das heißt, diese Konten umfassen aller Wahrscheinlichkeit lediglich die Geldmittel des Vatikans. Dazu kommen unzählige in grauer Vorzeit bei Kreuzzügen und Menschenschlachterei in Südamerika rechtswidrig erbeutete Kunstschätze, Schmuck, Juwelen, Edelmetalle wie Gold und nicht zuletzt die zahlreichen Immobilien des Vatikans weltweit. Kurzum, der Vatikan ist neben einem machtgierigen Budenzauber – Opium fürs Volk – auch eine wirtschaftlich nicht zu unterschätzende Macht auf dieser Welt. Durch Verbindungen zu nahezu allen Nationen und einflussreichen Köpfen dort sichert sich der Vatikan seine Macht und seine nur allzu weltlichen Pfründe. Inwiefern die Einführung von Gebühren für den Kirchenaustritt auch auf einem solchen fruchtbaren Misthaufen aus Verbindungen zwischen Vatikan und hiesigen Politikern gewachsen ist, war leider nicht zu ermitteln. Dumm nur, dass so die grundgesetzlich zugesicherte Glaubensfreiheit im Sinne von Freiheit vom Glauben für viele Menschen nicht realisierbar ist, beispielsweise für Arbeitslose und Rentner mit geringen Bezügen (zugegeben, letztere Gruppe tritt eher selten noch aus der Kirche aus).

Kirche und Wirtschaft

Natürlich ist auch das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln bei dieser Aktion mit an Bord. Wie ich über einen Bericht im INSM-Watchblog herausfand, betreibt das IW Köln – rein zufällig natürlich – die Website Kirche und Wirtschaft, die sich nach eigenen Angaben des IW Köln mit Wirtschaftsethik befasst. Wer sich die aktuelle Ausgabe des Informationsdienstes „Kirche und Wirtschaft“ als PDF-Datei herunterlädt, der bekommt neben dem Logo des IW Köln auch das Logo der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zu Gesicht. Offenbar wurden in dieser Publikation vom IW Köln also lediglich die Positionen des BDA kirchengerecht verpackt. Unter den weiteren Publikationen auf dieser Website finden sich Titel wie „Markt hat Moral“ und „Natur als Rohstoff und Schöpfung“ – hier der Beschreibungstext von Markt und Moral:

Eigenverantwortung und Leistung zählen zu den wesentlichen Schnittmengen zwischen Wirtschaft und Ethik, Markt und Moral. Eigenverantwortung wird dabei als Pflicht aller verstanden, die in der marktwirtschaftlichen Ordnung leben. Sie beinhaltet zunächst die Frage, was der Einzelne selbst für sich und seine Familie tun kann, bevor er auf Elemente der sozialen Sicherung zurückgreift. Leistungsorientierung ist somit nicht nur ein Beitrag zur individuellen Karriere, sondern auch praktizierte Nächstenliebe für das Gemeinwesen.

Der Tenor ist klar: Eigenverantwortung und Leistung, Pflicht zum Leben in der Marktwirtschaft und immer schön auf soziale Absicherung verzichten. Die Art und Weise wie in diesem Text der Begriff der Nächstenliebe pervertiert wird, treibt mir glatt den Mageninhalt nach oben.

Fazit

Wie man sieht, hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) unter Zuarbeit des Instituts der deutschen Wirtschaft wirklich ganze Arbeit geleistet. Neben Politikern und Medien hat man also auch Lehrer, Jugendliche und die Kirchen beackert, um ihnen die eigenen neoliberalen und sozialstaatsfeindlichen Konzepte als vermeintlich sozial zu verkaufen. Bislang war es so, dass Begriffe mit dem Präfix neu- bzw. neo- meist alten Mist in neuem Gewand bezeichneten, zum Beispiel Neo-Nazis. Bei der Initiativen Neue Soziale Marktwirtschaft ist es anders, denn da bedeutet das Neue Soziale im Kern das glatte Gegenteil dessen, wofür der Begriff sozial eigentlich steht. Gleiches gilt für den Neoliberalismus, denn der ursprüngliche Liberalismus meinte einmal die Freiheit der Menschen unter den Bedingungen der Chancengleichheit, so dass sich jeder frei entfalten könne. Der Neoliberalismus hingegen meint nur noch die grenzenlose Freiheit des Kapitals und der wirtschaftlich Starken bei gleichzeitig zum Kult erklärter Verantwortungslosigkeit gegenüber allen anderen Menschen und dem Gemeinwesen.

Bei meinen Recherchen fand ich aber auch einige Diskussionspapiere aus Kirchenkreisen, die das Pamphlet, das Hans Tietmeyer und die Bischöfe da erarbeitet hatten, scharf kritisierten:

Der Text soll offenbar helfen, den Weg für weitere Sozialkürzungen zu bereiten. Reformvorschläge, die den oberen Einkommensgruppen etwas abverlangen, sucht man dagegen vergeblich. Mit dieser politischen Grundaussage und mit dem Bild, das sie vom Sozialstaat zeichnen, distanzieren sich die Autoren von der katholischen Tradition der Sozialpolitik und der Sozialethik, die gegen die wirtschaftsliberale, ursprünglich calvinistische Betonung des individuellen Erfolgs und der Eigenverantwortung in den letzten 100 Jahren immer wieder den Sinn und den Bedarf eines sozialen Ausgleichs über sozialstaatliche Instrumente verteidigt hat. Zugleich beziehen sie eine Position, die im Widerspruch zum ökumenischen Sozialwort von 1997 steht. Darin hatten die deutschen Bischöfe gemeinsam mit dem Rat der EKD im Anschluss an einen langen, breiten und intensiven Konsultationsprozess die wirtschaftliche Produktivität und die demokratische Notwendigkeit eines starken Sozialstaates hervorgehoben. Auch wenn das Sozialwort in Deutschland den aktuellen ökumenischen Stand kirchlicher Sozialverkündigung zu Sozialstaatsfragen markiert, steht es den Vertretern einer der beiden Kirchen natürlich frei, die eigene Position im konfessionellen Alleingang weiter zu entwickeln. Wer sich jedoch im eklatanten Widerspruch zum Sozialwort äußert, steht in der Pflicht, die Gründe aufzuzeigen, die eine solche, völlig veränderte Positionierung begründen können. Da das Impulspapier „Das Soziale neu denken“ genau dies nicht leistet, ist es nicht als eine fundierte Stellungnahme der Kirchenleitung zu werten, sondern nur als ein provokanter, in vielen Punkten noch nicht durchdachter Diskussionsanstoß aus den Reihen der katholischen Kirche. (Quelle / PDF)

Schön, der wirtschaftsliberale Dreck wurde zumindest angemessen kritisiert. Wichtiger dürfte jedoch sein, welche Position sich letztlich wo durchgesetzt hat. Denn auch in den Kirchen dürften – wie bei den Parteien – Welten zwischen dem Fußvolk und den führenden Köpfen liegen. Vielleicht finde ich dazu noch etwas in der weiteren Recherche.


Spruch des Tages

08.03.2007

Religion ist immer primitivster Aberglaube, ein Anachronismus und zugleich eine Beleidigung für jeden aufgeklärten Verstand.


US-Pfarrer poppen Bistum in die Pleite

28.02.2007

Es hat schon etwas sehr Skurriles an sich: Per Zölibat verbietet die katholische Kirche ihren Pfaffen geschlechtliche Beziehungen. Gleichzeitig zahlt sie bigott und schweigsam Unterhalt für Kinder, die Pfarrer beim Sex mit irgendwelchen Frauen außerhalb des auch in der eigenen Ideologie erlaubten Rahmens einer Ehe zeugen. In den USA muss nun mit dem Bistum San Diego die fünfte Diözese Gläubigerschutz beantragen. Grund sind 150 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs, deren Forderungen die finanziellen Möglichkeiten des Bistums übersteigen. Alleine die Einigungskosten sollen sich auf mehr als 200 Millionen Dollar belaufen. Die Opfer und deren Vertreter kritisierten das Vorgehen des Bistums:

Das „Opfer-Netzwerk der von Priestern Missbrauchten“ bezeichnete den geplanten Schritt in die Insolvenz als „moralischen Bankrott eines eigennützigen Bischofs, der Angst vor unbequemen Fragen über das Verwöhnen und Verheimlichen pädophiler Priester“ habe.

Mein Vorschlag: Direkter Durchgriff auf den Vatikan für jeden Fall des sexuellen Missbrauchs durch seine Erfüllungsgehilfen weltweit! Entweder schafft man dann endlich dieses dümmliche Zölibat ab oder der Vatikan als Ganzes muss dann Insolvenz anmelden – beides wäre als erfreulich zu bezeichnen.

Bliebe noch zu klären, ob die Pfarrer schon vorher pädophil waren oder ob sie sich wegen der permanenten Unterdrückung ihrer natürlichen Bedürfnisse an Kindern vergreifen, weil diese schwach und leichter zu manipulieren sind, damit sie schweigen.